Donnerstag, 26. Juni 2008

Donnerstag, sechsundzwanzigster Juni - Rolling east again

Vor zweieinhalb Wochen konnten wir nicht ahnen, welche fantastischen Menschen wir durch unsere Panne kennenlernen sollten.
Umso schwerer fällt uns der Abschied aus Kemerovo- eskortiert von unserem BIG BIKERFRIEND SHEM und den Präsidenten der sibirischem Bikerassociation rollen wir auf der Strasse nach Krasnojarsk wieder Richtung Osten.

Wir haben Zeit verloren, aber Freunde fürs Leben gefunden !

Wir müssen herzhaft lachen, als wir auf dem Weg nach Osten genau an dem Schlagloch vorbeikommen, in dem unser Kemerovo-Abenteuer begann. Ist es doch inzwischen von mindestens dreissig Quadratmetern und fast halbsoviel Kubikmetern feinstem, nagelneuem Teer ausgefüllt.
Unser erster Gedanke ist - SHEM ! :-)
Unser zweiter : Schade eigentlich .
Wir fahren an bekannten Orten vorbei bis ca. zweihundert Kilometer vor Krasnojarsk und sind heilfroh über unser neues WP-Federbein wenn immer wieder auch auf sehr guten Strassen riesige Krater auftauchen. Ab morgen werden die Strassen schlechter werden, in der Mongolei und ab Tschita wird es dann richtig zur Sache gehen - für Mensch und Maschinen.
Die fehlenden Blogs unserer letzten Woche reicht Baba mit Bildern nach, wenn wir wieder Zugang zum www haben- aber die Lösung unserer Panne war sehr zeitintensiv und musste absoluten Vorrang haben.
Freuts euch aber schon auf einige echte Highlights unserer Reise - von "Shem presenten big beautiful marschroute" über traumhafte Bilder aus dem Altaigebirge mit Hombre und Baba im Hubschrauber der Roten Armee bis zum Bikerfestival in Novokuzniezk und was so alles an einem Wochenendausflug über zweitausenddreihundert Kilometer passieren kann !

Bis dahin Gute Nacht an alle und Daumendrücken für ein Finale Rußland mit Deutschland am Sonntag !
Hombre und Baba ( dem jetzt langsam der rechte Daumen wehtut )

The RIDE OF CHANGE GOES ON !!!! DANKE -THANK-YOU WP GERMANY- спасибо Кемеровоб, Shem, Irina, Julya, Nikolai, Alexej, and all CERBERUS-Bikers

The RIDE OF CHANGE GOES ON !!!! DANKE -THANK-YOU WP GERMANY- спасибо Кемеровоб, Shem, Irina, Julya, Nikolai, Alexej, President Andrej 3:1 ,all CERBERUS-Bikers and all you really special Siberian Bikers for all your wonderful help and understanding from the 2 German Bikers !!


Gestern ist ENDLICH unser heiss ersehntes WP-Federbein eingetroffen und seitdem muss alles ganz schnell gehen, dass wir weiterkommen und vor dem Wintereinbruch in Alaska ankommen.

Wir schulden Euch einige Tage BLOG, die wir beii Gelegenheit nacharbeiten werden, denn es gibt noch sehr viel zu berichten aus Kemerobo, dem Bikefest in Novokuznizk und dem traumhaften Altai. Jetzt aber hat das Weiterkommen Vorrang - deswegen nur wenige , kurze Zeilen heute moregn.
Nachdem gestern OHNE Zollprobleme unser neues WP-Federbein eingetroffen ist, hat wir es zusammen mit Sergej "Taschkent" in seiner Werkstatt abend noch eingebaut.

Danach haben wir uns vin "unseren" russischen Freunden verabschiedet, und nach nur 2 Wochen in Kemerobo sassen wir mit neun fantastischen Menschen in einer Bayerischen Bierbar mitten in Sibirien.

Wir fahren mit mehr als einer Traene in den Augen von hier weg - froh, dass es weiter geht, aber noch gluecklicher , diese Menschen getroffen zu haben und sie irgendwann in Deutschland oder hier als Freunde wiederzutreffen.
Wir fahren weiter Richtung Krasnojarsk, Irkutsk, Baikalsee, von dort in dioe Mongolei und anschliessen wie geplant ueber die wirklich schlechte Strecke von Tschita nach Chabarowsk bis Vladivostok.

Was fuer eine fantastische Zeit ddurch eine Panne - und gekroent wird das gaze hoffentlich durch ein Endspiel Russland-Deutschland bei der Euro - wir werden beiden Teams die Daumen halten - und wuenschen Oesterreich, Holland, Italund der Tuerkei eine gute Heimfahrt !

Hombre und Baba ( der mit dem neuen WP-Federbein tanzt )

спасибо Irina, Julya and Nikolai

спасибо Segej "Taschkent"

спасибо SHEM !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

спасибо спасибо спасибо спасибо !!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ein ganz besonderes Dankeschön für SHEM im Dezember 2010 - ohne den dieser fantastische Traum nie wahrgeworden wäre : Ein wenig Geduld beim Laden des Links - und unbedingt bis zum Ende anschauen - viel Spaß - BABA
http://www.tackfilm.se/en/?id=1259883702638RA84&q=low

A very special Thank you added in December 2010 for our Superhero Shem :
Clich this and wait long enough to watch it fully -and enjoy the smile - BABA
http://www.tackfilm.se/en/?id=1259883702638RA84&q=low

Mittwoch, 25. Juni 2008

NOWOKUSNEZK Новокузнецк; BIKER PARTY

Epilog :

Es ist immer wieder faszinierend. Kaum sind wir länger als einen Tag an einem Ort, fühlen wir uns fast schon zuhause. Die herzliche, offene Gastfreundschaft Russlands wärmt die Seele und das Herz – wir kommen als Fremde, reisen durch die Heimat unzähliger Menschen, die uns nicht kennen. Ihr Leben hat seine eigenen Schwierigkeiten- aber immer haben sie mindestens einen guten Wunsch, ein freundliches Wort, Hilfe, oder eine Einladung in ihr Zuhause für uns.

Oft fragen wir uns, warum uns das immer wieder auf unseren Reisen so sehr auffällt . Ist es , weil wir bei uns diese Herzlichkeit vor lauter Karriere und Lifestyle nicht mehr finden können. Weil wir unsere Türen verschliessen , um unsere dahinter vermeintlich verborgenen „Werte“ zu beschützen.
Oder weil wir in Deustchland seit Jahrhunderten kein wirkliches Einwanderungsland mehr sind, immer am gleichem Ort, in der gleichen Gruppe unser Leben verbringen.
Wärme , Offenheit , Hilfe , Gastfreundschaft – all das erleben wir auch zuhause- trotzdem begleiten uns diese Gedanken auf der ganzen Reise. Und sie sollten noch sehr viel intensiver werden- auf dem Weg zu den Menschen dieser Welt.

Zurueck ins Altai.

Spät in der Nacht verabschieden wir uns herzlich von Sergej und seiner Familie.Es faellt uns schwer , weiterfahren zu müssen. Aber gleichzeitig freuen wir uns sehr auf Shem und unsere Bikerfreunde aus Kemerobo.

Malerische Strecken saeumen unseren Weg auf Shems „Beautiful Marschroute“ zurück nach Novokuznetsk. Nur noch wenige Kilometer und einige Hügelketten trennen uns vom Festivalgelände der dortigen Biker. Wir sind als „Ehrengäste“eingeladen – und wir sind stolz über soviel Anerkennung.
Wer russische Biker kennt, weiß diese Ehre zu schätzen. Mitglied in einem russischen Bikerclub zu werden, hat nichts mit Geld oder der Größe des Motorrads zu tun.

Immer aber mit Charakter, Beständigkeit, Treue, Freundschaft, Friedlichkeit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft oder wie Shem und Sascha es uns erklärt haben :

„You have to be good man for long long time and ride a lot.“

So erklärt sich auch sehr vieles von dem , was wir in den nächsten 3 Tagen erleben sollten !

Bevor wir aber auf das NOWOKUSNEZK Новокузнецк;-Bikefest kommen sollten gab es noch etwas anderes zu erleben.

Es war heiß !

Es war richtig feucht in der Luft.

Seit einigen Stunden konnten wir sie schon sehen.

Und sie wurde immer riesiger. Wenn wir beide so etwas beim Paragliding entdecken , gehen wir landen. Flugkapitäne machen um solche Monster einen Riesenbogen von mehreren Hundert Meilen.

Wir müssen auf unserem Weg mittendurch.

Schwarz, mindestens 10 km hoch, gewaltig.

Während wir noch ueber Funk diskutieren , ob wir die Regenklamotten bei diesem Dampf in der Luft gleich anziehen sollen, oder erst , wenn es wirklich anfängt zu regnen, nimmt uns Mutter Natur die Antwort ab.

Sofort. Unmissverständlich.

Die Masse an Wasser , die aus dem Nichts aus diesem schwarzen Gewittermonster auf uns herabstürzt, gibt uns das Gefühl, irgendwo zwischen Indiens Monsun und Chinas gbrochenem YangTse-Staudamm geraten zu sein.
Zu allem Überfluß sind wir auch noch auf einer Hochebene gnadenlos den Gewitterboen ausgesetzt. Und weit und breit die einzig herausragenden Metallteile mit unseren Bikes, während um uns herum die Blitze aus dem Himmel zucken.
Bis wir unsere Regenklamotten raushaben, sind wir schon klatschnaß.
Gewitterwolken haben immer 3 Zonen. An ihrem Rand entsteht der maximale „Downwash“ Heftige Regenfälle und starke Abwindfelder lassen die Welt untergehen. Im „Auge“ des Sturms wird es wie bei einem Hurrican ehrer ruhig .
Kaum Regen und weniger Wind lassen einen hoffen- wer sie aber kennt, weiss, das es am anderen Rand nocheinmal heftig wird.
Und als wir das scharze Loch verlassen , sind wir fast schon am Festivalgelände- ueber dem die Sonne strahlt. Kein Tropfen ist hier gefallen. Aber ohne unsere tägliche Gewitterwolke würde uns schon langsam etwas fehlen.

Die naechsten 3 Tage sollten uns aber für jeden einzelnen Regentropfen unterwegs entschädigen.

Schon am Eingang werden wir von den Praesidenten verschiedener Clubs empfangen – und natürlich von SHEM !

Schnell finden wir unsere Cerberus Bikers aus Kemerobo wieder – und genausoschnell sind wir DAS Gesprächsthema auf dem Fest. Werden interviewt für das lokale Fernsehen und treffen eine fantastische Menge einfach guter Typen- Biker eben.

Freie Männer und Frauen- vereint durch etwas, was mancher einfach niemals wird verstehen können: Motorräder.

Was Novosibirsk in klein war , dürfen wir jetzt in seiner ganzen Größe und Lebensfreude erleben: Ein russisches Bikerfestival in Sibirien.

Wie die meisten sibirischen Städte ist auch die Geschichte von Nowokusnezk eine eher kurze. Unter kommunistischer Herrschaft entstand in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts aus der eher kleinstädtischen Struktur eines der größten Industriezentren Sibiriens zur Versorgung des stetig steigenden Energiebedarfs mit Kohle in der wachsenden Industriegesellschaft.
Die Region ist auch heute noch geprägt von Bergbau und Stahl Was wir am Anfang immer für Militärhelme bei den Bikern gehalten haben , sind in Wirklichkeit die Helme der Minenarbeiter.
Eine Tradition , die auch heute noch bei den Biken Sibiriens geehrt wird. Heute wie damals ist das Arbeiten in den Minen Sibiriens einer der gefährlichsten und anstrengendsten Jobs auf dieser Welt. Vielleicht ist es dieses Bewusstsein der eigenen Tradition – es ist eine klassenlose Gesellschaft , bunt , lebensfroh, die sich hier trifft. Den ganzen Tag treffen Biker aus allen Ecken Sibiriens ein. Und es ist völlig egal, wer welches Bike fährt, wie teuer oder wieviele PS einer hat.


Wer du bist – das zählt.

Tucholsky hat einmal gesagt : „Haben, sein und gelten – das einer alles hat ist selten.“
Nie habe ich das SEIN mehr gespürt als bei den Bikern Russlands.

Danke, dass wir Eure Gaeste sein durften.







































Und ein Highlight wollen wir ja nun aber auch garnicht vergessen -wie die Russen die Holländer mit 3:1 von der Fussball-Europa-Meiterschaft nach Hause geschickt haben - schoener konnte das Fest ja nun wirklich nicht mehr werden :-)



Kurzer 2500 km Ausflug - mit der Roten Armee per Hubschrauber ins Altai / 1800 miles- a short Red Army Chopper Ride into the Altai mountains

Zurück von Novosibirsk beginnt eine lange Zeit des Wartens. Ich verbringe einen guten Teil der Zeit im Internet-Cafe, schreibe mails an WP und alle möglichen Helfer zuhause, um dann wieder in unserem kleinen Appartment mit Claus Hein von WP zu telefonieren. Dazwischen zu Irina, klären ob unser neues Federbein irgendwo im russischen Postsystem aufgetaucht ist. So oft ich kann, gibt es einige Updates im Blog. Mit dem Hochladen der Bilder bin ich sehr zurückhaltend - zu viele Viren und Trojaner lauern in diesen Internet-Cafes . (Was übrigens kein russisches Phänomen ist - gebt acht , was ihr in solchen Internetcafes tut - Online-Banking und sensible persönliche Daten sollten tabu sein ).

Mit jedem Tag des Wartens wird es wahrscheinlicher - unser Federbein ist bis Moskau mit Expresspost gelaufen - und seitdem unauffindbar mit der russischen Normalpost irgendwo auf einem Zugwaggon in den Weiten Sibiriens verschollen. Ein Fehler der deutschen DHL-Agentur - den wir nicht mehr ändern können. Einen Teil unseres Frusts erledigt die Bierbar auf der anderen Seite der Strasse . Zusammen mit John hilft das sehr gute russische Bier auch ihm, auf seine seit fast 2 Wochen ausstehenden Teile aus Hongkong zu warten. Mit jedem Tag des Wartens laufen wir Gefahr , in Schnee in Sibirien oder Alaska zu geraten. Zu viele Unbekannte liegen vor uns, und Andreas Hülsmanns Geschichte vom Schnee am Baikalsee steckt tief in unseren Hinterköpfen. Das mongolische Altai und die Mongolei sind nur mit absokut intaktem Federbein möglich - und wir fast 2 Wochen hinter unserem Zeitplan- aber genau das ist der Preis, wenn man in diese Ecke der Welt fahren will...

Am wunderbarsten sind aber einfach nur unsere russischen Bikerengel : Shem , Irina, Alexej, Andrej, Nicolaj, Julya und viele mehr: Jeden Abend werden wir angerufen, ob alles ok ist, zum Grillen, Feiern oder zur Stadtrundfahrt abgeholt. Das alles mit einer Herzlichkeit, die in mir langsam eine Freude über diese Zwangsstop aufkommen läßt, die mit jedem Tag wächst, den wir mit diesen wunderbaren Menschen verbringen.
Die Einladung zum nächsten Biker-Fest in Novokuznetsk steht schon , als unsere russischen Freunde für das naechste kleine Wunder sorgen !

"Taschkent" der ehemalige Cross-Profi und Meister aller russischen Fahrwerke, hat mit unglaublicher Geduld und Sorgfalt BABAs Federbein wieder repariert. Er hat ihm von Hand eine neue Aufnahme gedreht, mit der Baba zwar ohne Gepäck, aber zumindest langsam FAHREN kann .
Für das nächste kleine Wunder sorgt WP Deutschland - die Jungs wollen einfach, dass wir es schaffen ! Ohne auch nur zu fragen bauen sie uns ein neues Cross-Federbein zusammen und schicken es nochmal los - kein Wort von Bezahlung . Über einen befreundeten Uhrmacher in Moskau soll es innerhalb einer Woche in Kemerobo ankommen - wenn der Zoll mitmacht !

Wir beschliessen, die Zeit zu nutzen und planen einen kleinen Ausflug ins russische Altai-Gebirge bis zur mongolischen Westgrenze - 2500 km mit superweichem Federbein -ohne Gepäck, das Hombre zu großen Teilen übernimmt. Als wir unsere Route fast schon geplant hatten, kommt Shem vorbei - und spricht die legendären Worte :


"SHEM presenten beautiful Marschroute ! "

Danach nimmt er sich den ganzen Abend Zeit , uns die schönsten Strecken zu suchen, uns jede Kreuzung bis ins Detail zu beschreiben und vor allem: Wie wir hinterher wieder zurückfinden zum großen Bikefestival in Novokuznetsk.



Auch wenn es nicht das Originalfahrwerk ist : We are back on the road again !

video

Die Strecke ins Altai war genauso schön wie Shem sie uns beschrieben hatte - oestlich von Gorno-Altajsk wird sie zum Traum aus Landschaft, Kurven und den Menschen des Altajs - die uns mit Ihrer offenen Gastfreundschaft wieder und wieder verzaubert haben. Es würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, alle kleinen Anekdoten und Erlebnisse wiederzugeben. Deswegen sollen neben den Bildern zum Blog zwei menschliche Highlights für all anderen wunderbaren Erlebnisse stehen. Ich bin mir nicht sicher, wieviele Jahre ich in Deutschland leben muß, um die positiven Erlebnisse einer Woche im Altai haben zu dürfen.






















Auf unserem Weg von Gorno-Altaijsk nach Tashanta im Osten bis zur mongolischen Westgrenze fällt mir auf dem Hinweg ein einsam auf einer Wiese stehender Helicopter der Roten Armee auf . Da Hombre ihn nicht sieht, fahren wir weiter durch das satte Grün der Hänge, welches vom schroffen Schwarz der Bergketten des Altais ebenso jäh wie malerisch abgelöst wird. Im Tal läuft eine recht ordentliche Teerstrasse parallel zu den natürlichen Meandern des Ortolyk. Ein Kurvenparadies - wie immer aber auf russischen Strassen können plötzliche Baustellen, tiefe Krater , allerlei Viechzeug , aber genausogut eine Polizeikontrolle für Überraschungen sorgen.
Wir erreichen Tashant am dritten Tag spät abends - ein trostloser Ort auf einem malerischen Hochplateau gelegen , umgeben von den schneebedeckten 4000ern des Altaigebirges- zumindest sehen wir diese Landschaft kurz am nächsten Morgen, als sich der Hochnebel kurz lichtet und die Sonne sich für einige Minuten ihren Weg durch die eiskalten Nebel bahnt. Kinder hatten uns in der Nacht den Weg zu einer sehr einfachen, aber beheizten Unterkunft gezeigt.

Das Eis auf den Mopeds am nächsten Morgen sollte uns recht geben, daß wir auf unser Zelt verzichtet hatten. Bei aller Einfachheit - der Fernseher durfte auch hier nicht fehlen. Manchmal ist es faszinierend, den Siegeszug von Fernseher und Mobiltelefon um die Welt zu verfolgen. Ob es gurt ist , ist ein eigenes Thema.
Wie gerne wären wir morgens einfach weiter in die Mongolei gefahren wie geplant - aber mit einem Fahrwerk wie ein "Roller" ist sowas halt kein Thema ( gell ihr Rollerbuben :-) )
Na ja - soooo schlecht wie ein
"Roller" war es selbst ohne Öl und Gas im Dämpfer nicht ...


Der Weg zurück nach Gorno-Altaijsk verwöhnte uns mit deutlich mehr Sonne - und dann stand er plötzlich wieder links vor uns : Der Helicopter der Roten Armee !




Babas Neugier siegte über die Bedenken, einfach mit dem Moped auf einen Heli der Roten Armee zuzufahren. Kaum hatten wir uns genähert , kam auch schon der erste Uniformierte auf uns zu . Wir konnten noch nicht mal mehr die Zündschlüssel abziehen - so schnell ging dann alles !

Erst ein freundliches Lachen, dann das übliche " Woher -und wohin" und Palaver mit Händen und Füßen , bis der Pilot des Helis unserem Freund Lt. Valentin grünes Licht gab, daß wir IN den Heli dürften. Während wir also baßerstaunt in einen Hubschrauber der Roten Armee klettern , um mit dem ehemaligen "Feind im Osten" - was für ein Schwachsinn alter seniler Männer !) über Technik zu fachsimpeln, wirft der Pilot plötzlich die Triebwerke an !!!
Der Lärm ist ohrenbetäubend. Unsere Bikes stehen mit Zündschlüssel und allen Wertsachen weit weg - und wir überlegen , ob wir jetzt gleich auf Patrouille an der mongolischen Grenze fliegen.
Die nachlassende Drehzahl des Rotors löst unser Problem - er war nur ein Triebwerkstest. Mit breitem Grinsen steigen wir wieder aus dem Heli : Hombre und Baba im Wind-of-change-Helicopter - wer von uns hätte das 1989 geglaubt , als die Scorpions ihren Song herausbrachten.

Спасибо Valentin


Valentin begleitet uns noch in die kleine Stadt in der Nähe zum Essen, und zeigt uns anschliessend noch eine 40 km lange , malerische Dirtroad zu einem kleinen Bergsee, die wir nicht verpassen dürften. Gerne wären wir länger geblieben- aber wir haben Shem versprochen, als seine "Mad-Deutsch-Bikers" zum Fest am Ende der Woche zu kommen . Alles würde uns einfallen - aber nicht , Shem zu enttäuschen.







Die Strasse fürt uns malerisch am Fluß entlang zurück nach Gorno-Altaijsk. Spät abends finden wir einen Platz in einer einfachen "Gastinicca". Irgendwie wollen wir denn Staub des Tages noch gerne mit einem Bierchen runterspülen, und laufen los Richtung Stadt. Man gewöhnt sich schnell an russische Öffnungszeiten - fast immer hat noch spät nachts ein oft kleiner Laden geöffnet. Als wir eintreten, beginnt wie so oft spontan eine Unterhaltung mit den Menschen im Laden - Ein freundlich lächelnder Russe spricht mir plötzlich ins Ohr :
" Du kommen zu mir nach Hause" .

Es ist halb 12 nachts und wir bekommen gerade wieder eine Lektion in Gastfreundschaft. Sergej ist mit seiner Frau Irina und seinen Töchtern Ksenija und Angelina beim Einkaufen - wer von diesen Menschen eingeladen wird , darf sich glücklich schätzen ! Allen Beteuerungen usererseits zum Trotz, dass wir am naechsten Morgen früh weitermuessten : Sergej kauft richtig groß ein, und lässt es sich nicht nehmen, uns nach einem fürstlichen Mahl in seinem wunderschönen Haus nach einer herzlichen Verabschiedung morgens um drei die 20 km bis zu unserer Unterkunft zurückzubegleiten. ...und das Sergej den Abend noch mit seiner Bluesgitarre verzaubert hat - hatte ich das schon erzählt ?



Diese Menschen sind ein Traum !
Спасибо Sergej, Irina, Ksenija, Angelina




Im nächsten Blog gibt es die Highlights des Bikefest von Nvokuztnetsk -und was für welche !

Gute Nacht für heute !

BABA