Dienstag, 24. Juni 2008

Thur. / Do. 12. Juni - Sat./Sa. 14. Juni NOVOSIBIRSK BIKE SHOW 2008


Our dear friends Irina and Anderson -
may life always guard your love and your marriage !



Nicht genug , das Shem uns zu seinen Freunden nach Novosibirsk einlaedt - nein : Er organisiert eine kompletten Eskortservice fuer uns vom Busbahnhof in Kemerobo, wo er und Nicolai uns begleiten, bis zum Abholservice in Novosibirsk. Nach wenigen Minuten Wartezeit steht Kostya mit seiner Freundin Ludu vor uns - den "Deutsch Bikers", wie Shem uns getauft hat.
In einem wahrhaft abenteuerlichen Fiat 126 quetschen wir Hombres 1, 90 und meine 1,85 m auf den Ruecksitz, irgendwo in diesen 1,5 Kubikmetern Auto sind unsere Rucksaecke, und Kostya donnert bei stroemendem Regen mit uns vieren Richtung Bikefestival, untermalt von einem Sound, fuer den der deutsche Porschefahrer in der Midlifecrisis viel Geld ausgeben wuerde !
Kostyas Porschekiller !

Das Bikerfestival an sich ist eine Mischung aus teilweise abenteuerlich anmutenden, immer aber unglaublich netten russischen Bikern, die mit einem Begriff vielleicht sehr gut zu beschreiben sind: Positively mad !


Es geht zu wie in einer riesigen Familie, jeder kennt und begruesst jeden und in kuerzester Zeit werden wir herzlich und offen in diese riesige Bikerfamilie aufgenommen.

Mit Respekt vor unserer Leistung, gegenseitiger Neugier auf Mensch und unsere leider in Kemerobo stehenden Maschinen, und mit dem Gefuehl, dass diese beiden "Deutsch Bikers" genauso crazy sind, wie unsere sibirischen Freunde.


Es fliesst viel Bier und Vodka, aber immer bleibt es freundlich und respektvoll, nie wird es agressiv, und die anwesende Polizei nebst Security-Mannschaft verbringt zwei ruhige Abende mitten unter den laut aufheulenden Motoren der Biker, umgeben vom Rauch ungezaehlter "Burnouts" bis die Hinterreifen platzen und diversen Wheelies und Stoppies einheimischer Endurofahrer.
Dem allgemeinen "Drink Drink my friend" koenen wir uns auf Dauer nur schwer entziehen, schaffen es aber zumindest, nicht in die Vodkaschiene zu geraten und koennen so diese fantastischen Menschen auch wirklich bewusst geniessen.

Der zweite Tag der Bikeshow steht ganz im Zeichen der Biker-Hochzeit von Veronika und Andersson.
Im weissen Brautkleid mit langer Schleppe faehrt Irina auf Andersons Goldwing auf dem Festivalgelaende ein - begleitet von einem Bikercorso und chauffiert von Iihrem Ehemann Anderson im schwarzen Frack !


Veronika, Bikers Bride !

Young Biker !


Big Biker !
Need a lesson ?

Kostya and
BIG HEART BIKER SHEMPasha and Anja

Come in - and BURN OUT !
Walking Biker after BIG BURNOUT !
Young Party Biker !

SHEM Interessant Construction Biker !


GET SOME GREAT RUSSIAN BIKERFUN HERE

Sorry for the poor Video quality -
but our proper Videocam broke right after
the Ride-of-Change started in Romania -
So I had to do that with a smallish sparecam :-)


Der Abend wird gekroent von einem Concert der Rockgruppe Gorkji Park, einem fantastischen Feuerwerk und zwei herzfoermigen roten Fesselballons, die am Ende des Feuerwerks von der Buehne aufsteigen.

Romantik pur, und mancher von den harten Jungs hat in diesem Moment eine Traene der Ruehrung weggedrueckt.

Viel zu schnell vergeht die Zeit mit den Bikern, und schon am Samstag sitzen wir wieder im Bus nach Kemerobo, gespannt darauf, was mit unserem DHL-Paket passiert sein wird.

Was vor wenigen Tagen ausschaute wie das Ende unserer Reise war innerhalb weniger Tage zum menschlichen Hoehepunkt dieses Trips geworden.

Das wir es Shem zu verdanken haben, brauchen wir wohl an dieser Stelle nicht mehr besonders zu erwaehnen , oder ??




Hombre und BABA

Dienstag 10. Juni und Mittwoch 11. Juni - DANKE WP DEUTSCHLAND ! Help is on the way !

СПАСИБО ВЫ ЧУДЕСНЫЕ ДРУЗЬЯ Кемеровоб

Waehrend wir uns mit unserem Schicksal anzufreunden versuchen, starten wir gemeinsam mit unseren russischen Helfern die Loesung unseres Problems.

Wahrend das Team um Shem jede russische Quelle nach einem verfuegbaren Federbein absucht nimmt Sergej Tashkent unser defektes Federbein in seiner Werkstatt in Arbeit , um uns irgendwie zumindest wieder mobil zu bekommen.



Aus den bisher erlebten Strecken und "Strassen"bedingungen ist uns aber voellig klar, dass es es nur eine wirklich funktionierende Loesung geben kann, um die vor uns liegenden Strecken zu schaffen, ohne dass wir gefaehrliche, weil faule Kompromisse eingehen.
Das Gerauesch im Freilaufkoerper reicht als Problem - das Fahrwerk ist auf diesen Strassen einfach lebenswichtig - genau deswegen wollen wir wieder ein WP-Federbein !

Es beginnt eine Zeit vieler Telefonate, emails und sonstiger Kontakte mit dem WP-Team um Christian Meier, Claus Hein und Ronny Loeffler in Neutraubling bei Regensburg


Was die Truppe jetzt fuer uns auf die Beine stellt, ist aller Ehren wert und sichert ihnen nicht nur einen Platz in unserer VIP-Lounge auf unserer Coming-Home-Party, sondern auch einen Spitzkehrenpassplatz im Bikerhimmel !!!

Ohne auch nur irgendwie zu zoegern bauen Sie uns in Windeseile ein nagelneues Federbein zusammen und bringen es noch am gleichen Tag zum Expressversand zu DHL. Gluecklich ueber soviel Hifsbereitschaft und Support von einem Spitzen-WP-Team hoffen wir , in wenigen Tagen unser neues Federbein einbauen zu koennen und mit relativ wenig Verzoegerung doch noch ueber den Westen der Mongolei weiter Richtung Vladivostok fahren zu koennen.

Was weder die Truppe von WP noch wir einplanen konnten, war aber die Falschauskunft von DHL, die das Paket zwar schnell nach Moskau geliefert hat - von dort aber mit der russischen Bummelpost weitergeleitet hat. Das sollten wir aber erst am Ende der Woche nach schwierigen Recherchen und Telefonaten mit der russischen Post herausbekommen ( Thank you again so much Irina, Nicolai and Julya for your fantastic help! )

Immerhin waren wir gemeinsam mit John in einer ordentlichen "Ferienwohnung" in einem russischen Mietshaus mit Kueche und Bad untergebracht - und gemeinsam mit britisch-deutschem Galgenhumor, ordentlich Bier und Shems taeglich neuem Abendprogramm von Sauna bis Schaschlik hatte unser Warten ploetzlich eine ganz neue Qualitaet.




Waren wir bisher sehr viel gefahren, um in unserem Zeitfenster zu bleiben und genau fuer solche unplanbaren Ausfaelle wie diesen einen Zeitpuffer zu haben, lebten wir ploetzlich mitten in der Stadt und wurden Teil eines russischen"Alltags".
Wir lernen jeden Tag Neues und Interessantes ueber unsere Gastgeber, ihr Leben, sehen ihre taeglichen Freuden und Probleme und kommen sehr viel mehr auch selbst zur Ruhe und Gelasssenheit zurueck, die es braucht, um die Erlebnisse einer Reise nicht nur an ihrer Oberflaeche wahrzunehmen.
Shem ruft jeden Tag mehrmals im Appartment an und erkundigt sich nach unserem Wohlergehen. Fuer Donnersttag ist ein 3-Tagestrip nach Novosibirsk geplant, wo Anderson und Veronika ihre Bikerhochzeit mit Freunden auf einer eigenen Bikeshow mit 300 Gaesten feiern werden.
Auch wenn es uns in der Seele wehtut, die 400 km mit dem Bus fahren zu muessen - wir freuen uns riesig auf unser erstes russisches Bikerfest !

Mehr bald aus Novosibirsk von

Hombre und Baba ( die mit dem Bus durch Sibirien fahren muessen )

PS : Momentan verzichte ich mal auf das Hochladen von Bildern, da hier andauernd eine Trojanerwarnung am Rechner blinkt und ich nicht riskieren moechte, unsere Festplatte oder die SD-Karten zu schrotten !

Montag, 23. Juni 2008

Montag. 9. Juni Broken Wings !!!

Am Morgen des 9. Juni kommen wir spaeter los als geplant. Grund dafuer ist nicht nur der lange Abend mit Ingolf und Horst, sondern dass ploetlzich ein umgebauter 4-Rad-MAN und ein Landrover mit Schweizer Kennzeichen neben uns stehen.
Heraus steigen Ruth, Pepe , und Ihre Soehne Jon und Nico - eine richtig klasse und weitgereiste Schweizer Familie auf Ihrem Weg in die Mongolei.
Es gibt viel zu erzaehlen, planen sie doch in umgejehrter Richtung wie wir in die Mongolei zu fahren, so dass wir hoffen, sie auf den nicht wirklich vorhandenen Strassen in der Mongolei irgendwann wiederzutreffen . Ihr findet mehr von ihnen unter http://www.amflo.ch/

Gute Reise Euch allen ( und schoen zu lesen, dass Ihr Euren Laendi in der Mongolei wieder flottbekommen habt. Hoffentlich bleiben unsere "TOEFFS" (das ist der Schweizer Ausdruck fuer ein Motorrad ) von weiteren Problemen verschont.)

Einige Kaffees spaeter und nach dem herzlichen Abschied von zuerst Horst und Ingolf und danach unseren Schweizern fahren wir guter Dinge weiter Richtung Kemerobo und Novosibirsk.

Die Strasse ist sehr gut, einwandfreier Teer, es ist sonnig, keine Wolke am Himmel.

Diese Ruhe sollte mehr als truegerisch sein.

Die mittlerweile schon etwa flacher stehende Sonne wirft dunkle, lange Schatten ueber die komplette Strasse. Kontraste sind kaum zu erkennen, aber der sehr gute Strassenbelag wiegt uns in Sicherheit, als es passiert:

Direkt vor Babas Bike scheppert ein LKW ungebremst in ein nicht erkennbares Schlagloch in Doppelfamiliengrablaenge. Eine gr0sse und schwere Metallwerkzeugkiste springt irgendwo von der Ladeflaeche, Werkzeuge und Eisenstangen wirbeln umeinenander und fliegen durch die Luft. als Babas Dakar in genau diesem gleichen Schlagloch einschlaegt.

Wie auch immer schafft es eine der Eisenstangen, sich als moerderischer Hebel zwischen die Basis des WP-Federbeins und die Umlenkhebel zu verkeilen. Gemeinsam mit dem maximalen Einfedern im Schlagloch laesst es einen Riesenschlag hinten im Fahrwerk und Babas Bike faehrt sich ploetzlich wie ein Chopper.

Wir funken uns sofort an und stoppen, um herauszufinden , was passiert ist. Aber wir spueren, dass es nichts gutes sein kann....



Schon beim Abstellen bekommen wir das Bike kaum auf den Haupstaender, unter der Federbeinaufnahme "blutet" eine handtellergrosse Oellache heraus. Schnell entdecken wir die Ursache :

Die Eisenstange hat sich irgendwie mit Hebelkraft verkeilt und beim Einfedern dann die massiv und unzerstoerbar wirkende Federbeinbasis unseres geliebten WP-Federbeines abgerissen, das uns bis dahin so klaglos ueber alle Meteoritenkrater hatte hinwegschweben lassen.

Babas Fluchen muesste man eigentlich bis nach Hause gehoert haben : Hatten wir uns mit dem Geraeusch im Freilaufkoerper irgendwie arrangiert, standen wir jetzt vor einem richtigen Problem !

Ersteinmal mussten wir bei 30 Grad im Schatten mal wieder versuchen, kuehlen Kopf zu bewahren. Die erste Anlayse der Situation zeigt klar, dass an ein Weiterfahren ins ca. 25 km entfernte Kemerobo nicht zu denken ist. Waehrend wir ueberlegen, ob Hombre vorfahren soll, um Hilfe zu organisieren, erinnern wir uns an die Worte von Sascha Maross, dem Prasidenten der "Other Men" aus Omsk:

"If you need any help or have any problem in Russia or Siberia -call me! "

Was ab hier passiert ist eines der Bikermaerchen, wie sie so wohl nur Motorradfahrer erleben duerfen - wir konnten es in diesem Moment nicht wissen - aber als wir richtig im Dreck stecken treffen wir auf die groesste Hilfsbereitschaft, die wir in vielen hunderttausenden Motorradkilometern erleben durften und auf Menschen, die fuer immer ihren Weg in unsere Herzen gefunden haben !

Wir rufen die Telefonnummer an, die Sascha Maross uns an der Strasse gegeben hatte - als wir ihm unser Problem erklaert haben, bitte er uns, eine halbe Stunde auf seinen Rueckruf zu warten.

In dieser Zeit fahren mehrere auslaendische Bikes an uns vorbei, bis ploetzlich Mike und Dan auf 2 BMWs anhalten - die beiden sind die Tourguides einer 12koepfigen organisierten Reisegruppe, der http://www.globeriders.com/ , unterwegs von China zu den BMW- Motorradtagen von 4.-6. Juli in Garmisch - wenn Ihr Sie dort trefft und Interesse an organisierten Touren habt, ist das ganz sicher eine gute Adresse !

Die Truppe hat ein Servicemobil dabei, und Dan und Mike lassen uns Babas Dakar in den Truck laden, um uns bis ins Hotel der Globeriders in Kemerobo abzuschleppen. Auf der Fahrt unterhalte ich mich noch mit Henry, einem sehr angenehmen amerikanischen Zeitgenossen, den ein Russe mit seinem Auto von seiner KTM geschossen hatte. Mit luxierter und reponierter Schulter ist die Tour fuer Ihn leider zu Ende. Er laesst es sich aber nicht nehemn, bis zum Schluss bei seinem Team zu bleiben. Nach interessanten Hintergrundinfos ueber die laufende amerikanische Praesidentenwahl kommen wir mit einer Einladung nach San Francisco auf dem Parkplatz des Hoetels an.

Baba Bike ist ein trauriger Anblick : Wie ein Adler mit gebrochenem Fluegel steht sie da, tiefergelegt wie ein Mutant nach einem misslungenen Gentest als Kreuzung zwischen Harley und Motocrossbike -und irgendwie passt Henry mit seiner in einer russischen Klinik eingegipsten Schulter gut zu diesem Bild.
Aber genau wie er muss auch unser Bike wieder fit werden, wenn die Tour weitergehen soll !
Und sein Optimismus ist ein ansteckender erster Lichtblick fuer uns.

2 Jahre Vorbereitung, Planung, Schrauben und Machen und ein Lebenstraum stehen auf der Kippe! Wir liegen gut im Zeitplan, haben aber keine Ahnung, welche Loesungen es gibt und vor allem, was wie lange dauern wird.

Telefonate werden hin und hergefuehrt, Sascha, der russische Tourmanager der Globeriders ist uns eine grosse Hilfe, und nach einer halben Stunde fahren die



Biker auf den Parkplatz ! 3 Autos , 6 Mann, ein Transporter ! An Ihrem freien Wochenende bei schoenstem Wetter und 3 Wochen Jahresurlaub in Russland ! Und wir treffen das erste Mal auf unseren

" BIG BIKER FRIEND IGOR NICKNAME SHEM" ! SHEM- YOU ARE THE GREATEST BIKER IN THIS WORLD !

Babas Bike wird erneut auf den Transporter gehoben, verzurrt und die ganze Kolonne faehrt erstmal durch die halbe Stadt zur Werkstatt von Sergej Nickname "Tashkent".



In der Vielzahl von gleichen Namen sind es die Spitznamen der Biker, die uns helfen, alles richtig zuzuordnen. Tashkent ist ein ehemaliger professioneller Crossfahrer und er Spezialist fuer Fahrwerksprobleme in der Stadt. Er sieht unserern Gesischtern die Sorge an, meint aber, dass er eine Loesung finden wird. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welcher Magier Sergej in seiner Werkstatt ist.
Wir lassen beide Bikes und Schluessel komplett in der Werkstatt und mit unserem Gepaeck faehrt die Kolonne wieder in Richtung Innenstadt.

Shem hat inzwischen mit seinem 24-Stunden-aktiven-Handy eine Unterkunft in einem Appartment fuer uns organisiert - und wie gross ist unsere Ueberraschung als wir dort John treffen !
John ist ein in Hongkong lebender schottischer Biker auf dem Weg von Hongkong ueber Vladivostok nach Schottland und hat die Killerstrecke aller Fahrwerke von Tschita nach Vladivostok bereits hinter sich - auf einer in Indien gebauten Royal Enfield Bullet, die auf den Namen Mr. Thompson hoert.

Hatte ihn die Strecke nach Tschita nicht kleinbekommen, so sind ihm leider doch Zylinder und Kolben verbrannt, nachdem er durch den nachtraeglichen Einbau einer elektronischen Zuendung eigentlich gehofft hatte, die Probleme der Unterbrecherzuendung loszuwerden.
Er hat fast 2 Wochen auf Kolben und Kolbenringe gewartet und versucht jetzt, seine Zylinder auf Uebermass geschliffen zu bekommen. Auch ihn haben die Cerberus-Biker unter ihre schuetzenden Fittiche genommen - und wenn ueberhaupt jemand aus dieser Truppe besonders zu erwaehnen ist , dann ist es immer wieder SHEM !

Alle, aber wirklich alle Quellen und Connections werden mobilisiert und aktiviert - und auch wenn wir diesen Tag nicht gebraucht haetten - wir spueren, dass wir in guten Haenden sind und dass es weitergehen wird - wie auch hier im Blog - aber erst morgen, da das www-cafe gerade schliesst.

Gute Nacht !

Hombre und Baba ( die jetzt in Kemeobo im Lenin Prospect 96 wohnen )

Sonntag 8. Juni 2008 Back to Barnaul oder aber : "Ride an Ural - The experience of a lifetime !! "

Ein denkwuerdiger Tag unserer Reise lag vor uns - ohne das wir es aber auch nur ahnen konnten.

Auf unserem "Rueckweg" nach Barnaul und in die Mongolei waren im wesentlichen die Kilometer rueckwaerts zu spulen, die wir schon hinter uns hatten.
Die sibirischen Strassen lassen das Motorradfahren irgendwann zu einer Art meditativer Ebene werden- viele hunderte Kilometer meist schnurgerader Strassen verleiten sehr dazu, ins Nachdenken abzudriften und dabei Klarheit und Ordnung in die eigenen Gedanken zu bringen.
Umso mehr , wenn man eine Strecke schon zum zweitenmal faehrt.
Nie verlieren darf man dabei aber die permanente Konzentration auf die Strasse und die selbst bei guten Teerbelaegen immer wieder auftauchenden Ueberraschungspakete.

In diesen Paketen findet sich so allerlei :

Pferde, Kuehe, Schweine, Ziegen, Schafe, Hunde, Betrunkene, mit 3cm Abstand ueberholende Volldeppen ( die gibt es aber auch auf unseren Strassen oft genug) Polizei und Radarpistolen zuhauf, Ortsschilder, Kinder, und selbst auf wirklich guten Strassen unsere Lieblingskrater mit Garantie zum Freiflug in die den Strassenrand saeumenden Birkenwaelder.

Wir lassen Landschaft und Klilometer an uns vorbeiziehen und halten abendas an einem kleinen Cafe ungefaehr 60 km vor Kemerobo, um zu beraten, wie lange wir noch fahren und wo wir die Nacht verbringen wollen.


Als wir uns auf den Weg zur Suche nach einem Zeltplatz machen wollen und gerade die Maschinen anlassen , oeffnet sich im ersten Stock des Gebaudes ein Fenster und im schoensten Pfaelzisch ruft es herunter: "HEAEH! Wo wolldn ihr hii ?"

Es ist Ingolf , der zweite Teil vom Team mit seinem Kollegen Horst - sie haben sich in der einfachen Unterkunft einquartiert und und sind mit ihren beiden KTM 640 Adventure unterwegs Richtung Baikalsee. Schnell aendern wir unsere Entscheidung. Wir bekommen sogar noch die "LUXUSSUITE" mit einem Bad und soviel Platz, wie es wohl nur in Sibirien gibt - und: EIN BAD !!

Der Abend vergeht mit interessanten Geschichten von beiden Seiten und 2 richtig sympathischen Bikern aus der Rheinpfalz schnell und wird immer wieder von russischen Einladungen zum Wodkatrinken unterbrochen- Wir entkommen ihnen aber durch konsequent freundliches "Njet" , wollen wir doch am naechsten Tag frueh und zuegig loskommen.

Besonders zugewandt ist uns dabei "Alexej my friend", ein junger und irgendwann auch sehr betrunkener Russe, der aber stets nett und freundlich bleibt.
Im Laufe des Abends trifft Sascha mit seiner Ural ein, ein ruhiger und besonnener Zeitgenosse, der sich wie fast alle Russen, die wir kennenlernen, konsequent an die Null-Promillegrenze haelt.
Er bietet mir an, eine Runde auf seiner Ural zu drehen und Ingolf meint, ich sollte mir das keinesfalls entgehen lassen.
Sascha erklaert mir mit Haenden und Fuessen wie ich die Maschine schalten und fahren muss, Ingolf als erfahrener Sammler alter Bikes gottseidank auf Deutsch den Rest.
Nach dem Fluten der Vergaser ( und das ist woertlich zu nehmen, der Sprit laeuft dabei frei in die Landschaft) tritt Sacha die Ural an und mit unglaublich viel Gefuehl haelt er sie auch am Laufen, bis ich die Kiste uebernehme und nach einigem Probieren im ersten Gang anfange zu rollen.
Aals ich im zweiten Gang auf die zu dieser Zeit immer noch befahrene Landstrasse hinausrolle, springt ploetzlich aus dem Nichts "Alexej my friend" von hinten auf die Ural und klammert sich im Vollsuff irgendwie an mir fest.
Mit zwei einfach nicht vorhandenen Trommelbremsen und Motorbremse bringe ich die Kiste ohne Sturz und mit dem voellig betrunkenen jungen Russen irgendwie zum stehen. Dabei springt mir aber der erste Gang heraus und ich habe grosse Muehe, ihn mit Schleppgas wieder einzulegen.

Als ich fuer einen Moment neben der geliehenen Maschine stehe und den Gang endlich eingelegt habe, schiebt sich "Alexej my friend" irgendwie zwischen mich und den Gasgriff - nicht ohne gleich daran ordentlich zu drehen und im gleichen Moment einfach loszufahren.
Irgendwie schafft er es in den Sattel der Ural, waehrend ichi hm laut "STOJ!!!!!" schreiend hinterhersprinte.
Was jetzt kommt, ist einfach nur russisches Rodeo !
Links und rechts der Strasse faehrt er mit Vollgas im zweiten Gang in den Graben und wieder heraus, faehrt irgendwie zwischen 2 entgegen- und von hinten kommenden Autos und LKWs durch und irgendwann gelingt es mir, ihn wieder einzufangen. Den anschliessenden Anschiss auf Deutsch hat er deutlich erkennbar verstanden, obwohl er kein Wort Deutsch kann. Nicht auszudenken, was in dieser Situation haette passieren koennen.

Sascha nimmt seine Ural gottseidank wieder unbeschaedigt in Empfang, wir verbringen noch einen netten Abend mit Ingolf und Horst und ziehen uns dann in die Luxussuite zurueck, um am naechsten Morgen halbwegs frueh aufzustehen und weiterzufahren.

Ingolf and friends


Hombre und Baba (der mit der Ural tanzt)

Ingolf mit seiner "Babuschka " Gute Fahrt ihr beiden und C U back home in der Palz !!

Sonntag, 15. Juni 2008

Sonntag, 15 6. 2008 Der Blog ist wieder online Freunde-und Russlands Biker sind die Engel in der NOT !


Ersteinmal ein herzliches Hallo nach Hause und in die Welt !


Nachdem wir mittlerweile meinen Handyprovider ueberzeugen konnten, dass wir offensichtlich liquide genug sind , eine Handyrechnung jenseits der 20 Eurogrenze zu bezahlen, haben wir zumindest das Onlineproblem fuer den Blog wieder im Griff.


Das viel zu teure Nokia N95 8 GB hat inzwischen entschieden, keine Zahleneingaben mehr anzunehmen und mit freundlich blinkender Tastatur unsere Wege zu beleuchten, man darf gespannt sein, wie lange das Hightech-Teil noch seinen Dienst verrichtet.


Zum Thema High-Tech auf Reisen wird es irgendwann einmal ein eigenes Kapitel geben - und es wird mit einem einzigen Fazit enden : KEEP IT SIMPLE ! Dazu aber spaeter mehr.


Wie auch immer , solange es technisch irgendwie geht, werden wir diesen Blog am Leben halten , notfalls dann eben mit groesseren Abstaenden ueber Internetcafes, wo ich im Moment auch gerade sitze und versuche, moeglichst viele Tasten auf der russischen Tastatur richtig zu treffen.


Was , um ehrlich zu sein ueber Ctrl + Shift und Umstellung auf lateinische Schrift ganz gut geht, auch wenn ca. 10 % der Tasten an anderen Plaetzen als gewohnt versteckt sind.

Im gegensatz zum SMS- Bloggen vom Handy aus ist es aber ein wahre Wohltat, dauern die Blogs vom Handy aus doch meist weit ueber eine Stunde, bis sie getippt sind.


Wer also Fehler in den Texten findet darf diese als Reisesouvenir behalten :-)


Tel. erreichbar sind wir mometan (leider) noch immer in "unserem"russischen Appartment in Kemerobo/SIbirien bei Zeitverschiebung +6 Stunden unter +7 384 235 14 04, fuer alle die mit dem + nicht klarkommen 007 384 235 14 04 .
Ueber Billigvorwahl 01074 oder 01054 oder 01059 koste das ganze momentan gerade mal 2 bis 2,5 Cent pro Minute - so guenstig wird es wohl nicht so schnell wieder sein.


In der Zwischenzeit ist viel passiert - wir werden also mal versuchen, die Dinge halbwegs chronologisch zu ordnen und den Blog wieder in geordnete Verhaeltnisse zu bringen.


Momentan zwingen uns groessere technische Probleme zusammen mit der in Russland leider ueberhaupt nicht funktionierenden BMW-Logistik eine groessere Zwangspause zwecks Reparatur einzulegen. Wir warten aktuell auf ein DHL-Paket aus Deutschland, das seit letten Montag unterwegs ist. Das ganze verzoegert sich momentan noch durch lokale russische Feiertage in Kemerobo und hoffentlich nicht durch russische Zollformalitaeten.

Wenn alles gut laeuft, koennte das Paket morgen am Montag ankommen und wir sind am Dienstag back on the road !


Positive thinking ist the way to go ahead now !


Bleibt uns also treu verbunden und seid gespannt, wie alles weitergeht !


Wir sind es ganz sicher !


Uns selbst geht es weiter sehr gut - was wir einfach nur den fantastischen Menschen in Russland und speziell den Bikern in Sibirien verdanken - auf die Gefahr hin, uns hier oft zu wiederholen - das mindeste was wir diesen Menschen an Dankbarkeit schulden, ist dieses Bild in die Welt hinauszutragen. Wir haben diese Menschen tief in unsere Herzen geschlossen und freuen uns darauf, hoffentlich einige von Ihnen in der naechsten Zeit in Deutschland wiederzutreffen.


Hier leben echte Biker mit Herz und Seele - waherend bei uns in Deutschland leider immer mehr Egoisten mit genug Geld meinen, "Born to be wild" zu singen und ein teures Moped zu fahren, mache einen Motorradfahrer aus ihnen. Ich hatte letztes Jahr an Ostern das Vergnuegen, mit einer offensichtlich defekten 1150 GS 3 Stunden an der Strasse zu stehen - bei 100 Mopeds, die an mir vorbeigefahren sind, habe ich dann aufgehoert zu zaehlen- where has OUR spirit gone ?

Hatte uns schon die Gastfreundschaft in Kasachstan beschaemt, dann ist die Hilfsbereitschaft der Biker hier mit Worten nicht wirklich zu beschreiben - wer sie aber je erleben durfte, wird sie nie vergessen.
Mehr von diesen wilden und fantastischen Bikern findet Ihr unter http://cerberus-kemerovo.ru/ - positively mad Russian Bikers !!! We love you !


Die Seele dieses Klubs ist Igor, nickname SHEM -
wer ihn kennt, muss ihn moegen !!






Hombre und Baba ( der mit BMW-KAPUDD -oder-nicht ?)


Freitag 6. Juni und Samstag 7. Juni 2008: BMW- Service Krasnojarsk

Wir haben nicht viel Musse fuer die Sehenswuerdigkeiten von Krasnojarsk, als wir morgens versuchen , den BMW-Haendler zu finden. Als wir nach viel zu langer Suche nicht wirklich ans Ziel kommen, bitten wir eine Taxifahrer, uns vorauszufahren und uns den Weg zu zeigen.

Mit seinem Wolga sucht er locker 40 Minuten lang die Stadt ab, bis wir endlich vor dem Objekt der Begierde stehen : BMW Dealer Krasnnojarsk, und in den mondaenen Schaufenstern stehen nagelneue BMW-Bikes. Wir waehnen uns am Ort der erfolgreichen Loesung unseres Problems.
Als wir unseren Taxifahrer nach dem Preis fragen, verlangt er absolut faire 400 Rubel von uns ( entspricht ca 12 Euro !) Im Gehen fragt er uns nach dem Ziel und dem woher unserer Reise.
Als wir ihm von unserer Reise und unseren Zielen erzaehlen, geht er zurueck zu seinem Wagen und bringt uns die 400 Rubel zurueck, wuenscht uns alles erdenklich Gute fuer die Reise und laesst sich auch durch intensives Bitten nicht dazu bewegen, das Geld wieder anzunehmen.

Immer wieder: RUSSLAND !

Die BMW- Leute sind supernett zu uns, nehmen uns sofort mit beiden Bikes dran und sind die meiste Zeit mit 3 bis vier, manchmal 5 Mann praesent, die wir eigentlich garnicht brauchen, wo wir selbst an die Bikes Hand anlegen wollen.



Oel und Reifenwechsel und die Serviceinspektion laufen flott, haben aber am Ende des Tages einen Preis, der uns das Lachen etwas gefrieren laesst - warum dieser Service mehr als in Deutschland kosten soll , will uns nicht richtig klar werden.
Dies umsoweniger , als die Jungs von unseren Bikes keinen Plan haben, weder Ersatzteillisten noch Reparaturplaene besitzen und mit unserer "Uebersetzung" unserer deutschen Reparaturanleitung und den Bildern darin anfangen, das Kurbelgehauese und den Starter meines Motors zu oeffnen. Wir definieren "BMW-Service weltweit" neu als eine Unterabteilung von "Jugend forscht"und arbeiten uns gemeinsam Richtung Starter, Freilaufrad und Statorplatte vor. Dabei verwarzen mir die Jungs dann noch die Papierdichtung, auf die ich sie noch hingewiesen hatte. Erstaz gibts keinen , die Dichtmasse duerfen wir aber anschliessend wenigstens richtig teuer und komplett bezahlen.

Erfreulicherweise sind Starter und Freilaufrad ok, unerfreulicherweise fehlen der Werkstatt jegliche technische Mittel, um mit Abdruecker und sonstigem Spezialwerkzeug weiter Richtung Freilaufkoerper und Kurbelwelle zu forschen. Das Geraesch bleibt also unverandert bestehen, endet umgehend nach Freigabe des Starterknopfes und Anspringen des Motors und

- es bleibt unser Problem !

Eine Reparatur vor Ort ist nach Angaben von BMW Krasnojarsk nicht moeglich, eine Ersatzteilbestellung wuerde mindestens 4 Wochen allein bis Moskau dauern, was ohne Reparaturmoeglichkeit aber auch ohne Konsequenz bleiben wuerde. Langsam wird uns klar , warum die sibirischen Biker komplett Japaner fahren - wenn eine Saison nur 3 Monate dauert, sind 4 Wochen fuer Eratzteile einfach zu lang - und wenn die 1200 GS im Laden 5000 Euro mehr als in Deutschland kostet, sind die Bikes eben fuer normale Biker nicht mehr bezahlbar!Den Rest regelt hoffentlich irgendwann der Markt !

Fairerweise wollen wir aber auch sagen, das Hombres Bike weitgehend problemlos laeuft, die Bmws einen sagenhaft niedrigen Spritverbrauch haben und wir jeder mindestens schon einigemale richtig dankbar fuer das ABS und die Heizgriffe waren - es gibt also auch durchaus einiges auf der Habenseite fuer die Dakars !

Wir zahlen eine richtig fette BMW-Rechnung und troesten uns mit dem Gedanken, dass wir wenigstens unseren Garantieservice erledigt haben. Ncht richtig happy fahren wir mit unseren neuen Contis vorsichtig vom nassen Hof und ueberlegen, wie es weitergehen soll.

Zurueck auf unserem Schiff diskutieren wir alle Moeglichkeiten :

  • Abbrechen des Trips wegen nicht loesbarer technischer Probleme
  • Ruecktransport nach Moskau und Reparatur dort, wobei BMW Krasnojarsk uns gesagt hat, dass die Teile nach Moskau bereits 4 Wochen brauchen. Damit sind sie aber dort weder durch den Zoll - noch hier bei uns in Sibirien.
  • Weiterfahren mit einem Geraeusch, das sich einfach uebel anhoert, die Funktion aber bisher nicht beeintraechtigt hat und sich zumindest in der Qualitaet nicht veraendert hat ( diese Idee wird noch getragen von einem kasachischen KTM-Biker, der uns eben dieses Gerausch beim Starten seiner KTM vorgefuehrt hat, und uns dann sagte, dass er es so von Anfang an habe - seit 9000 km ! )
  • Weiterflug der Maschinen direkt zu BMW Anchorage in Alaska ohne zu wissen, ob sich das Problem dort loesen wird.

Nach langer gemeinsamer Diskussion entscheiden wir uns fuer das Weiterfahren MIT dem Gerausch und die Fortsetzung der Tour Richtung Mongolei wie geplant. Die Angst vor einer während der Fahrt blockierenden Kurbelwelle fährt nimmt als Sozia auf der Sitzbank Platz.

Am Morgen des 7. Juni raeumen wir unsere Kajueten in Krasnojarsk, fahren die Treppen auf die Hafenmole hinauf, bepacken unsere Bikes und fahren zurueck Richtung Barnaul, von wo aus wir Richtung Mongolei ins Altaigebirge weiter wollen.

Alles zusammen ueber 2000 km Umweg - Babas Vertrauen in die BMW ist schwer angeschlagen! Aber genau diese Situationen fordern eben Entscheidungen, ohne echte Alternativen zuzulassen. Wenn es gut geht, wird es richtig gewesen sein. Wenn es komplett ausfaellt, wird unsere Tour zuende sein. An einen Crash wegen blockierte Kurbelwelle wollen wir erst garnicht denken.

Drueckt uns de Daumen, dass es klappt !

Hombe und BABA ( der mit dem Krach im Moped)

Mittwoch, 4. Juni und Donnerstag. 5. Juni 2008 Longway to Krasnojarsk mit Uebernachtung auf dem Jenissei

Wir fluechten erfolgreich aus der Tundra, die uns und den Erdboden in der Nacht noch mit ordentlich Regen versorgt hat.. Das befuerchtete Schlammbad auf dem Weg zurueck zur Hauptstarsse bleibt gottseidank aus und auch hier zieht uns der TKC 80 wieder problemlos durch das nasse Gelaende. Strassenreifen moegen oft komfortabler sein, aber es sind immer wieder laengere und kuerzere Passagen auf der Tour, in denen wir keine einzigen Stollen missen moechten. Uberhaupt ueberrascht uns das vorhandene Restprofil des TKC 80 nach ueber 10000 km unter voller Last mit Gepaeck ausgesprochen positiv - mindestens weietre 5000 km waren aktuell ueberhaupt kein Problem.



Ein langer Tagestrip bringt uns nach Krasnojarsk, ein wiedermal hilfsbereiter einheimischer Biker fuehrt uns zu einem Hotel am Ufer des Jenissei und wieder einer unserer tollen Zufaelle laesst uns Vieetje treffen. (hope I got your name right, if you read along this) Sie ist eine belgische Bikerin, derzeit allein unterwegs mit Zug und einem Minirucksack - und sie spricht fuer unsere Verhaeltnisse hervorragend Russisch.


Sie erzaehlt uns von einer schwimmenden Pension am Flussufer, und schnell finden wir uns fuer nur 600 Rubli in der superengen Kajuete eines ehemaligen russischen Flusskreuzfahrers wieder, der mittlerweile als Ablegestation fuer die Reisen ins Nordpolarmeer dient, in das der Jenissei nach ca. 5000 km Laenge endet ( es gibt verschiedene Angaben zur Flusslaenge zwischen 4000 und fast 6000 km, je nach Zaehlart) Ansonsten beherbergt unser Schiff zahlreiche Charaktere, von Reisenden, Urlaubern bis zu Saisonarbeitern, die in den Sommermonaten rund um die Schiffahrt und den Tourismus ihr Geld verdienen.

Wir fahren mit den Bikes den Treppenabgang zum Schiff hinunter, um einen sicheren Parkplatz zu haben und verwandeln mit unseren Koffern, Rollen und 4 Reifen unsere Kajuete in kuerzester Zeit in eine Art Motorad-Box, in der Bewegung nur noch durch koordinierte Absprache moeglich ist.

Den Abend verbringen wir mit Vieetje - eine beindruckende Frau, die mit ihrem Bruder im Jahr zuvor auf aehnlicher Strecke unterwegs war ( damals mit gebrochenem Federbein auf einer 1150 GS) und jede Menge Welt solo und mit Ihrem Bruder bereist hat. Morgens um 4 muss sie ihren Anschlusszug erwischen, unser Angebot , wenigstens ein paar Stunden in unserer Kabine irgenwie zu schlafen lehnt sie dankend ab und verschwindet um 2 Uhr morgens in die sibirische Nacht auf dem Weg zu Fuss zum Bahnhof.


We wish you all the best and have a safe and pleasant trip - hope to C U around when you are back !


Die Naechte sind mittlerweile fast bis Mitternacht taghell, und erst der fruehe Morgen laesst einen wunderschoenen Nebel auf einen der groessten Fluesse Russlands niedersinken, bis auch wir die die Muedigkeit eines langen Reisetages spueren und in unserer Kajuete Nummer 31 verschwinden.

Morgenstimmung am Jenssej

Wir erleben die Zeitverschiebungen hier momentan in sehr kurzen Abstaenden, die innenren Uhren sind nur schwer zu justieren und morgen wartet ein langer Tag mit Wartung und hoffentlich Reparatur von Babas BMW auf uns !


Gute Nacht


Hombre und Baba (zur Zeit Kapitaene auf dem Jenissej )